LEHRERWORKSHOPS UNGARN

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Deutschland – Griechenland – Ungarn – Niederlande – Spanien – Türkei

2016-1-DE03-KA219-022827

 

 

 

Drittes internationales Partnertreffen in Ungarn

08.10.201-14.10.2017

Das Thema dieses Treffens in Ungarn war, wie die Leistungsmessung und die Prüfungen der einzelnen Bildungssysteme und Schulen auf die Schulunlust und den frühzeitigen Schulabbruch der Schüler auswirken, bzw. ob diese als Frühwarnung betrachtet werden können.

Vor dem Treffen wurden pro Schule je 20 Schüler und 10 Lehrerkollegen, also insgesamt 120 Schüler und 60 Lehrer über online Fragebögen mittels erprobten und standardisierten Fragen über die Leistungsmessung und über die Prüfungs- und Leistungskontrollsysteme befragt. Bei dieser Befragung wurden hauptsächlich die Antworten von Lehrern und Schülern verglichen und nicht die Unterschiede in den einzelnen Ländern erforscht.

Kurzfassung der Ergebnisse der Fragebögen:

Dabei stellte sich heraus, dass sowohl die Lehrer als auch die Schüler eine Leistungsmessung und Bewertung mit Noten für notwendig halten, aber die Schüler meinten, dass sie eine persönliche Bewertung (entweder in schriftlicher oder mündlichen Form) eher für eine Weiterentwicklung nutzen können als nur die Noten. Schüler fanden, dass sich die Lehrer bei der Bewertung oft an ihrer früheren Noten orientieren und die Fähigkeiten-Unterschiede zwischen den Schülern nicht berücksichtigen.

Während die Lehrer die Leistungskontrollen dazu nutzen, die Schüler zum kontinuierlichen Lernen zu bewegen, fanden die Schüler, dass diese Tests sie nur belasten und unnötig frustrieren.

Die genauen Ergebnisse werden im Projekthandbuch veröffentlicht.

Vor dem internationalen Treffen mussten die Schüler mithilfe gezielter Fragen, die sie vorab erhalten haben, ein 5-minütges Video über ihre Traumschule drehen.

Diese Videos wurden bei der Eröffnungsfeier einem großen Publikum und dem lokalen Fernsehen vorgestellt. Die Auswertung der Videos erfolgte nach dem Treffen durch die ungarischen Schüler. Unser Ziel war es, der Frage nachzugehen, wie eine Schule aussehen sollte, die die Schüler gern besuchen würden. In den Videos wurden auch Probleme des jetzigen Schulsystems aufgezeigt (zu viele – unnötige – Stunden, zu viele Prüfungen, Leistungsdruck, Mobbing unter den Schülern, veraltete Schulgebäude, altmodische Unterrichtsmethoden, zu große Klassen, zu früher Schulbeginn). Es wurden aber auch mögliche Lösungen vorgeschlagen (weniger, aber längere Stunden, längere Pausen zur Regenerierung, späterer Schulbeginn, verständnisvollere Lehrer, kleinere Klassen, mehr Laborarbeit – „Learning by doing“, Nutzung modernerer Unterrichtsmethoden, komfortablere Schulgebäuden und Klassenräume, mehr Freizeitangebote, damit sie mehr zueinander finden, einander besser kennenlernen.)

Die gastgebende Schule, das Baktay Ervin Gymnasium, ist eine kleinstädtische Schule, die hauptsächlich aus der näheren Umgebung besucht wird. Die Zusammensetzung der Schüler ist durchschnittlich, es gibt nur selten Schüler mit herausragenden Fähigkeiten. Frühzeitiger Schulabbruch und Schulunlust versucht diese Schule durch regelmäßige Kontakte mit den Eltern und durch Gespräche mit den betroffenen Schülern zu verhindern. Durch die Kleinstadtatmosphäre sind die familiären Verhältnisse der Schüler für die Lehrer bekannt. Als Warnsignale werden hier außer den Fehlstunden auch die Änderungen im Notendurchschnitt oder die fehlgeschlagenen Tests oder Probeabituren angesehen.

Im Baktay Ervin Gymnasium werden Schüler von der 7. bis zur 12. Klasse unterrichtet. Als Probe und zur Vorbereitung auf das Abitur werden die Schüler in der 8., in der 10. und im Januar/April in der 12. Klasse in Geschichte, Mathematik, in einer Fremdsprache und im Ungarischen (Literatur und Sprache) vor einer Prüfungskomitee schriftlich und mündlich aus dem bis dahin gelernten Lehrstoff geprüft. Das bedeutet zwar eine seelische Belastung und einen großen Leistungsdruck für die Schüler, aber sie bekommen so eine gewisse Prüfungsroutine vor dem staatlichen Abitur im Mai/Juni der 12. Klasse, außerdem lernen sie, wie sie größere Mengen erfolgreich lernen können. Diese Prüfungsergebnisse dienen außerdem dazu, Schüler mit möglichen Lernproblemen herauszufiltern, um ihnen so noch rechtzeitig helfen zu können.

Den Gastschülern und Kollegen der besuchenden Schulen wurde ein normaler Unterrichtstag an der Schule gezeigt, die Gastschüler konnten am Normalunterricht teilnehmen. Einige Kollegen haben sich für diesen Tag mit Themen vorbereitet, die auch die ausländischen Schüler mitverfolgen konnten (z.B. Chemieexperimente oder Geografieunterricht auf Englisch). danach haben sie die Kleinstadt Dunaharaszti durch ein Schnitzeljagdspiel kennengelernt.

An einem Tag konnten die Gastschüler und die Gastlehrer einen typischen Projekttag an unserer Schule kennenlernen. Dieser Tag dient dazu, bestimmte Fächer den Schülern so näher zu bringen, dass ihr Interesse in spielerischer Form dafür geweckt wird. Das ist gelichzeitig auch ein Wissenstest für sie. Sie werden sozusagen „schmerz- und stressfrei“ geprüft. Dieses Jahr haben wir das Thema „Fremdsprachen“ gewählt. Es gab für die Schüler 8 verschiedene Stationen, wo sie ihre Fremdsprachenkompetenzen mit allen Sinnen testen konnten. Sie mussten einen Stummfilm auf Englisch und Deutsch synchronisieren (Fantasie und Improvisierung), ihre Landeskundekenntnisse wurden getestet, indem sie berühmte Gebäude aus Puzzleteilen zusammensetzen und benennen mussten, sie mussten Sätze aus dem Alltag von einer Fremdsprache der EU in eine andere Fremdsprache der EU übersetzen, dazu wurde eine offizielle Webseite der EU genutzt: https://circabc.europa.eu/webdav/CircaBC/OPOCE/Apllications/Information/languages-take-you-further/index.html?l=hu&r=et Es gab Quizfragen zur EU, sie mussten Zahlen in verschiedenen Sprachen in die  richtige Reihenfolge stellen, die Mannschaften mussten einander gut zuhören, um bei einem Spiel aus den gleichzeitig ausgesprochenen Wörtern einen Spruch zu erkennen, sie mussten Volkslieder anderer Staaten phonetisch aufschreiben und zusammen lernen und eine Volkstanzchoreografie  zusammenstellen und vorführen. Ein Pantomime-Künstler hat im Rahmen einer Vorstellung gezeigt, wie man sich auch ohne Worte verstehen und verständigen kann.

Während des einwöchigen Besuches hat eine ungarische Kollegin zur Gedankenregung und als Diskussionsgrundlage eine Präsentationen über das ungarische Prüfungs- und Leistungssystem gehalten.

Download (PDF, 634KB)

Das Problem der Schulunlust und des frühzeitigen Schulabbruchs wurde in Ungarn bereits über zwei Projekte der Nationalagentur, darunter ein anderes Erasmus-Projekt untersucht. Wir haben den Koordinator dieser Projekte, Herrn Bertalan Farkas zu einem Gespräch eingeladen, der uns die Ergebnisse und guten Erfahrungen dieser Projekte präsentierte. http://oktataskepzes.tka.hu/en/crocoos und http://oktataskepzes.tka.hu/en/european-esl-platform-eslplus

Die vielen strategischen Gespräche mit den Kollegen, die auch während der Ausflüge nach Budapest, ins Donaknie und nach Lajosmizse zu einem Pussta-Programm fortgeführt wurden, haben dazu beigetragen, dass das Thema Wochen nach dem Besuch sogar unter den am Projekt nicht beteiligten Kollegen und Schülern  immer noch aktuell ist.

Über das Treffen berichteten die lokale Presse von Dunaharaszti, sowie das Regionalfernsehen.

http://kisdunatv.hu/?file=videok/2017/201744/7025.mp4

http://kisdunatv.hu/?file=videok/2017/201746/7049.mp4

In Ungarn gezeigte Workshop-Themen und ihr praktischer Zweck

Thema: Fremdsprachen interessanter unterrichten                      → Motivation, Teamarbeit

 

Stummfilme vertonen                                                                          → Spaß, Intuition, mündliche Kommunikation

Fremdsprachen in andere Fremdsprachen übersetzen            → neue Medien entdecken

Quiz über Fremdsprachen                                                                  → Interesse wecken, Kompetenzen, fachübergreifendes Wissen testen

Ein Volkslied lernen und eine Choreographie erfinden            → Spaß, Teamarbeit

Sehenswürdigkeiten erraten                                                            → fachübergreifendes Wissen, Interesse wecken

Fragebögen für die Schüler und Lehrer

Traumschule: Aufgabenblatt, Thema diskutieren, Video drehen

 

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